19.09.2012 | 11:20
Toy, Dinosaur Jr und Mumford & Sons
Die "wichtigsten Platten der Woche" sind auch bei finestvinyl erhältlich.
Ein September-Mittwoch, das Thermometer ist schon drei Monate enteilt und stellt sich auf einen baldigen Weihnachtsbummel ein. Kaffee leer. Als wärmendes Element bleibt also nur Andreas Borcholte`s und Jan Wiggers "Abgehört" Rubrik bei Spiegel Online übrig, die in dieser Woche gleich drei neue Vinyl-Schätzchen unter die Lupe nehmen.
Zu Dinosaur Jr`s neuestem Wurf "I Bet On Sky"wird festgestellt: "Man braucht alle Alben von Dinosaur Jr. oder man braucht gar keines. That's the way the cookie crumbles.". Weniger schwarz-weiß denkend kann man festhalten: das mittlerweile 10. Album der Bandgeschichte zeigt nicht nur einen schlohweißer denn je gezottelten J. Mascis sondern auch ein (im Dinosaur Jr Kontext) gereifteres Songwriting. Methusalemsche Auswüchse braucht man aber auch im 27. Bandjahr nicht befürchten: Hinter vielen Songecken lugen weiterhin schelmische Anekdoten durch.
Überraschend ist, daß es auch Toy in die Auswahl der "wichtigsten Alben der Woche" gerutscht sind. Überraschend nicht wegen der Qualität (das retro-lastige Wave-Krautrock-Gemisch ist eine wahre Freude!) sondern weil man hätte meinen können, daß die Pink Floyd`schen Anmaßungen der Songs Toy sofort wieder von der Spiegel-Liste fegen würden. Denkste. Das selbstbetitelte Album der Horros-Freunde erntet fleißig weiter Ehrungen und dürfte gegen Jahresende in vielerlei Bestenlisten die Musikwelt von oben betrachten dürfen.
Gelinde gesagt nicht ganz so gut weg kommen zuguterletzt Mumford & Sons mit "Babel", das es natürlich schwer hat, gegen seinen überragenden und gleichzeitig überraschenden Vorgänger anzuknüpfen. Die Briten werden mittlerweile nicht selten von ihren eigenen Enkeln kopiert (man denke hier an die reichlichen Auswüchse auf dem Haldern Pop Festival oder Orange Blossom Special). Aber: Konsens-Befürchtungen hin oder her: "Babel" schafft es unserer Meinung nach durchaus, den hohen Erwartungen gerecht zu werden. Das Quartett hat sich freigeschwommen und macht sein eigenes Ding, wie das morgen erscheinende Album beweist.