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22.01.2012 | 16:55

Männer die aus Helmen starren

Daft Punk verjüngten monotone Techno-Rhythmen
Männer die aus Helmen starren <br />

Die jüngsten Lorbeeren sind noch frisch: Ende Januar wurde das französische Elektroduo Daft Punk in Los Angeles mit fünf Grammys überhäuft.

 

Lange vergessen ist die Häme, die Guy-Manuel de Homem-Christo und Thomas Bangalter zum Namen verhalf: Als das Duo noch Darlin hieß und sich im Punk ausprobierte, stempelte ein britischer Kritiker die beiden als „daft punk“ (deutsch: doofer Punk) ab.

 

Die Jungs hängten die Gitarren an den Nagel und spielten lieber mit Synthesizern und Drummaschinen. Und bewiesen den richtigen Riecher, denn Mitte der 90er hatte Frankreich mit Blick auf elektronische Musik Nachholbedarf.      

 

Talentscouts stießen bei einer Party im Eurodisney Paris auf die beiden DJs, die Techno unbekümmert mit Disco, Rock und Soul mixten und Kindheitseinflüsse von David Bowie über Kiss bis zu Serge Gainsbourg einfließen ließen. Als 1995 die Single "Da Funk" veröffentlicht wurde, war klar, dass dieses Duo den monotonen Techno-Rhythmen eine ordentliche Verjüngungskur verpassen würde. 1997 erschien das erste Studioalbum „Homework“, von dem 50.000 Exemplare auf Vinyl gepresst wurden – zu einer Zeit, als im House-Sektor schon 10.000 verkaufte Platten als Erfolg zählten. 

 

„Homework“ ging weltweit binnen weniger Monate eine Million Mal über die Ladentheken und entlockte der Journaille Lobeshymnen – wenn auch manchmal vorsichtig-distanziert. „Die Zeit“ etwa attestierte Daft Punk einen „natürlichen Charme, mit dem die beiden Franzosen den schlechten Geschmack zum Ideal erheben“. Kaum eine Discokugel drehte sich ohne die Single "Around The World", Chartserfolge von Europa bis in die USA trugen zu dem Hype bei, der Daft Punk Einladungen zu den großen Festivals dieser Welt einbrachte – wo sie schon damals immer verkleidet auf der Bühne standen. Eine Welttournee und eine erste Schaffenspause folgten, erst 2001 erschien das zweite Album „Discovery“ mit Discobeats, in denen das Duo seiner Passion für die 70er Jahre frönte. Zu dieser Zeit begannen die beiden Franzosen auch, mit Raumanzügen und Helmen aufzutreten. 

 

Daft Punk wurden so sehr zum guten Ton, dass 2002 sowohl Jacques Chirac als auch sein damaliger Herausforderer Lionel Jospin den Song "One More Time" für Wahlkampagnen nutzten – wogegen das Duo jedoch intervenierte. Bangalter hatte schließlich schon genug Stress: Er hatte den Soundtrack zu Gaspar Noés Film "Irréversible" komponiert, der wegen einer neunminütigen Vergewaltigungsszene in der Kritik stand und das schockierte Publikum des Filmfestivals in Cannes in Scharen aus dem Kinosaal vertrieb. 

 

Dann wurde es schon wieder still um die Pariser, bis 2005 Werk Nummer drei, „Human After All“, erschien: fiebriger Sound, wuchtige Bässe, verfremdete Computerstimmen, eine Prise Glamrock – und ein Abstieg auf der Chartsleiter, in Deutschland nur Platz 38. Daft Punk, die schon seit Jahren auch mit Clips und Film experimentierten, wandten sich verstärkt der Leinwand zu und stellten 2006 in Cannes ihre erste Produktion "Daft Punk's Electroma" vor, eine Geschichte über zwei Roboter, die versuchen, menschlich zu werden.

 

Neben Konzerten und Festivalshows steuerten Daft Punk Tracks für das Videospiel "DJ Hero" bei und schrieben den Soundtrack für den Kinofilm "Tron: Legacy" (2010). Auf das vierte Studioalbum, das zum Spektakel inszenierte „Random Access Memories“ (2013), mussten Fans ganze acht Jahre warten. Nach der Rückkehr sahen die Helmträger zwar noch immer aus wie gerade aus dem All auf der Erde gelandet. Ihr Sound ist inzwischen trotz Vocoder allerdings deutlich menschlicher geworden. Auf „Random Access Memories“ sicher auch dank etlicher Gastmusiker von Julian Casablancas über Chilly Gonzales bis zu Pharrell Williams. Schade, dass der Albumtitel „Human After All“ schon verschossen war. (nad) 

 

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